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Die 10 besten Indikatoren der Fundamentalanalyse

Vor dem Traden kannst du eine technische oder eine Fundamentalanalyse durchführen. Wir stellen einige der besten Indikatoren der Fundamentalanalyse für Trader vor.

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•27. Januar 2023•8 Min. Lesezeit
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Die 10 besten Indikatoren der Fundamentalanalyse

Highlights dieses Artikels

Der EPS teilt den Gesamtgewinn durch die ausstehenden Aktien, und ein steigender EPS signalisiert wahrscheinlich steigenden Aktienwert.
Ein niedriges KGV bedeutet, dass der Aktienkurs im Verhältnis zum Gewinn niedrig ist, und hilft, unterbewertete Aktien im Vergleich zur Branche zu erkennen.
Der freie Cashflow ist das Geld, das nach Betriebs- und Investitionsausgaben übrig bleibt, und eine zentrale Kennzahl für die finanzielle Gesundheit.

Indikatoren der Fundamentalanalyse

Wer an der Börse investiert, braucht mehr als Bauchgefühl: Nötig ist ein solides Verständnis der finanziellen Gesundheit und des Wachstumspotenzials eines Unternehmens. Während sich die technische Analyse auf Kurstrends und Chartmuster konzentriert, taucht die Fundamentalanalyse tief in die Finanzen eines Unternehmens ein, um seinen inneren Wert zu bestimmen. Indikatoren der Fundamentalanalyse helfen Anlegern, den wahren Wert einer Aktie einzuschätzen, unter- oder überbewertete Wertpapiere zu erkennen und fundierte Anlageentscheidungen zu treffen. Ob du Einsteiger oder erfahrener Trader bist: Wenn du diese Indikatoren kennst, verschaffst du dir bei der Aktienauswahl einen strategischen Vorteil. In diesem Leitfaden stellen wir die 10 besten Indikatoren der Fundamentalanalyse vor, mit denen professionelle Anleger die finanzielle Leistung eines Unternehmens bewerten. Vom Gewinn je Aktie (EPS) bis zum Verschuldungsgrad (D/E) erklären wir, welche Bedeutung jeder Indikator hat und wie du ihn für deine Anlagestrategie nutzen kannst.

Was ist Fundamentalanalyse?

Die Fundamentalanalyse ist eine Methode, den inneren Wert einer Aktie anhand von Jahresabschlüssen, Ergebnisberichten und Kennzahlen (KPIs) zu bestimmen. Anders als die technische Analyse, die sich auf kurzfristige Kursbewegungen konzentriert, will die Fundamentalanalyse herausfinden, ob eine Aktie auf Basis ihrer tatsächlichen finanziellen Leistung fair bewertet, überbewertet oder unterbewertet ist.

Wichtige Aspekte der Fundamentalanalyse:

  1. Finanzielle Gesundheit des Unternehmens → Prüfung von Abschlüssen wie Gewinn- und Verlustrechnung, Bilanz und Kapitalflussrechnung.
  2. Rentabilität und Wachstum → Analyse von Ergebnisberichten, Eigenkapitalrendite (ROE) und freiem Cashflow (FCF).
  3. Bewertungskennzahlen → Kennzahlen wie das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) und das Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) nutzen, um den Marktpreis einer Aktie mit ihrem tatsächlichen Wert zu vergleichen.
  4. Verschuldung und Risikobewertung → Bewertung des finanziellen Hebels eines Unternehmens mit Indikatoren wie dem Verschuldungsgrad (D/E).
Anleger kombinieren die Fundamentalanalyse am besten mit Markttrends und Wirtschaftsindikatoren: So treffen sie datenbasierte Entscheidungen, statt sich auf Spekulation oder Markthype zu verlassen.

Die 10 wichtigsten Indikatoren der Fundamentalanalyse

1. Gewinn je Aktie (EPS)

EPS, also der Gewinn je Aktie, ist der Anteil am Gesamtgewinn eines Unternehmens, der auf jede einzelne Aktie entfällt. Berechnet wird er, indem man die gesamten Erträge oder Gewinne des Unternehmens durch die Gesamtzahl der ausstehenden Aktien teilt. Im Kern ist es dasselbe wie der Nettogewinn des Unternehmens, nur pro Aktie berechnet. Anleger sehen einen steigenden EPS als positives Zeichen, weil er darauf hindeutet, dass der Wert ihrer Aktien mit der Zeit wahrscheinlich steigt.

2. Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV)

Einer der wichtigsten Bausteine der fundamentalen Aktienanalyse ist das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV). Es spiegelt das Verhältnis zwischen Aktienkurs und Gewinn des Unternehmens wider. Mit dieser Information kannst du einschätzen, ob die Aktie das Geld wert ist, das du in sie investierst. Anders gesagt hilft es Anlegern zu bestimmen, ob eine bestimmte Aktie im Vergleich zu anderen Aktien derselben Branche unter- oder überbewertet ist.  Anleger vergleichen das KGV einer Aktie meist mit dem KGV der Wettbewerber und mit Branchenstandards, denn das KGV zeigt, welchen Preis der Markt heute für eine Aktie auf Basis der bisherigen oder erwarteten Gewinne des Unternehmens zu zahlen bereit ist. Ein niedriges Kurs-Gewinn-Verhältnis bedeutet, dass der aktuelle Aktienkurs im Verhältnis zu den Gewinnen niedrig ist, und das ist eine gute Nachricht für Anleger.

3. Eigenkapitalrendite (ROE)

Die Eigenkapitalrendite, auch RoE genannt, misst, wie gut ein Unternehmen mit dem Geld seiner Aktionäre Gewinne erzielt. Da Gewinne ein echter Faktor für die Aktienkurse sind, ist das Verhältnis von Gewinn zu Eigenkapital ein recht starker Indikator sowohl für die finanzielle Gesundheit eines Unternehmens als auch für den fairen Wert seiner Aktie. Eine höhere Eigenkapitalrendite spricht für ein produktiveres Unternehmen. Sie zeigt, dass das Unternehmen seine Rentabilität ohne zusätzliche Finanzierung steigern kann. Weniger Vermögenswerte hindern ein Unternehmen allerdings nicht unbedingt an einer hohen Eigenkapitalrendite. Deshalb ist nicht jedes Unternehmen mit hohem ROE ein guter Anlagekandidat. Beim Vergleich des ROE solltest du Unternehmen aus derselben Branche betrachten. Ein ROE im Bereich von 13 bis 15 gilt allgemein als gut.

4. Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV)

Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist ein Indikator der Fundamentalanalyse, der den Buchwert einer Aktie mit ihrem aktuellen Marktwert vergleicht. Diese Kennzahl wird auch Kurs-Eigenkapital-Verhältnis genannt. Das KBV hilft Anlegern zu erkennen, ob eine Aktie im Verhältnis zu ihrem Buchwert unter- oder überbewertet ist, indem es die Differenz zwischen dem Börsenwert und dem in den Büchern des Unternehmens ausgewiesenen Wert zeigt. Liegt das Kurs-Buchwert-Verhältnis unter 1, gilt die Aktie als unterbewertet. Liegt es über eins, gilt sie als überbewertet.  Das Kurs-Buchwert-Verhältnis ist sehr wichtig, weil es zeigt, ob die Vermögenswerte des Unternehmens dem Marktwert der Aktie entsprechen. Besonders aussagekräftig ist es bei Unternehmen aus Versicherung, Bankwesen, Investment und Finanzen, die oft liquidere Vermögenswerte haben als andere Branchen. Für Unternehmen mit vielen Sachanlagen oder hohen Ausgaben für Forschung und Entwicklung bringt das KBV keinen Nutzen.

5. Kurs-Umsatz-Verhältnis (KUV)

Durch die Bewertung von Marktkapitalisierung und Umsatz eines Unternehmens kann das Kurs-Umsatz-Verhältnis, ein Indikator der Fundamentalanalyse, helfen zu bestimmen, ob eine Aktie zu einem angemessenen Preis gehandelt wird. Ein KUV unter dem Durchschnitt spricht für eine Unterbewertung, ein KUV über dem Durchschnitt für eine Überbewertung. Auch dieser Indikator ist hilfreich, wenn man Unternehmen aus demselben Markt oder derselben Branche vergleicht. Ein Schwachpunkt dieses Indikators ist, dass er Kosten und Schulden nicht berücksichtigt, und das ist eine erhebliche Einschränkung. Ein Unternehmen mit höherem KUV kann deshalb auch unrentabel sein.

6. Ausschüttungsquote (DPR)

Wie viel ein Unternehmen verdient und wie viel davon als Dividende ausgeschüttet wird, zeigt die Ausschüttungsquote. Außerdem zeigt sie, welcher Teil des Nettogewinns für Investitionen, Barreserven und Schuldentilgung zurückbehalten wird.

7. Dividendenrendite (DYR)

Das Die Dividendenrendite gibt an, welcher Anteil der Gewinne eines Unternehmens im Verhältnis zum Wert seiner Aktien an die Aktionäre ausgeschüttet wird. Bleibt die Dividende unverändert, verhält sich die Rendite umgekehrt zum Aktienkurs: Sie steigt, wenn der Kurs fällt, und umgekehrt. Das ist für Anleger wichtig, weil es zeigt, wie viel sie für jeden in die Aktie investierten Dollar zurückbekommen.

8. Erwartetes Gewinnwachstum (PEG)

Das Das Kurs-Gewinn-Verhältnis ist ein nützlicher Indikator für die Fundamentalanalyse, hat aber Grenzen, weil es das künftige Gewinnwachstum eines Unternehmens nicht berücksichtigt. Das PEG zeigt, wie viel du für jede Einheit des erwarteten Gewinnwachstums des Unternehmens bezahlst. Anhand der bisherigen Wachstumsrate eines Unternehmens können Analysten fundierte Schätzungen dazu abgeben, wie schnell es künftig wachsen wird. Das ergibt ein genaueres und umfassenderes Bild davon, was eine Aktie wert ist.

9. Freier Cashflow (FCF)

Im Grunde ist der freie Cashflow das Geld, das übrig bleibt, nachdem ein Unternehmen seine Betriebs- und Investitionsausgaben bezahlt hat. Verfügbare Liquidität ist entscheidend dafür, dass ein Unternehmen weiterarbeiten und wachsen kann. Unternehmen mit hohem freiem Cashflow sind besser als Wettbewerber mit weniger liquiden Mitteln aufgestellt, um den Aktionärswert zu steigern, Innovationen zu fördern und Konjunkturabschwünge zu überstehen.  Viele Anleger legen großen Wert auf den freien Cashflow (FCF) als fundamentalen Indikator, weil er zeigt, ob ein Unternehmen nach Betriebs- und Investitionsausgaben noch genug Geld hat, um seine Aktionäre mit Dividenden zu belohnen.

10. Verschuldungsgrad (D/E)

Das Verhältnis zwischen dem von Aktionären eingebrachten Kapital und dem Fremdkapital eines Unternehmens zeigt der Verschuldungsgrad. Anleger können damit herausfinden, wie ein Unternehmen seine Vermögenswerte finanziert. Der Verschuldungsgrad (D/E) zeigt, wie viel Eigenkapital zur Verfügung stünde, um Schulden zu bedienen, falls das Unternehmen in finanzielle Schwierigkeiten gerät, und hilft so, den finanziellen Hebel einzuschätzen.

So nutzt du diese Indikatoren beim Investieren in der Praxis

Die Indikatoren der Fundamentalanalyse zu verstehen ist das eine, sie anzuwenden das andere, und genau darauf kommt es an. So nutzt du diese Kennzahlen wirksam bei der Bewertung von Aktien:

1️⃣ Vergleiche Indikatoren über Unternehmen hinweg

  • Betrachte nie einen einzelnen Indikator isoliert.
  • Vergleiche KGV, EPS und ROE einer Aktie mit denen der Branchenkonkurrenz.
  • Beispiel: Ein niedriges KGV im Vergleich zu Wettbewerbern kann auf eine unterbewertete Aktie hindeuten, aber nur, wenn das Unternehmen ein starkes Gewinnpotenzial hat.

2️⃣ Kombiniere mehrere Indikatoren für ein vollständiges Bild

  • Nutze EPS und freien Cashflow (FCF) zusammen, um die Rentabilität eines Unternehmens zu beurteilen.
  • Hat ein Unternehmen einen hohen EPS, aber einen niedrigen freien Cashflow, erzielt es vielleicht Buchgewinne, hat aber wenig Liquidität.
  • Ebenso ist eine hohe Dividendenrendite nur dann gut, wenn sie nachhaltig ist und das Unternehmen finanziell nicht belastet.

3️⃣ Finde unterbewertete Aktien mit den richtigen Kennzahlen

  • Suche nach Aktien mit niedrigem KBV (unter 1) und stetigem Gewinnwachstum.
  • Hat das Unternehmen solide Finanzen und künftiges Wachstumspotenzial, kann es eine unterbewertete Chance sein.

4️⃣ Meide Risikoaktien, indem du die Verschuldung prüfst

  • Ein hoher Verschuldungsgrad (D/E) bedeutet, dass das Unternehmen stark von Krediten abhängt.
  • Steigen die Schulden eines Unternehmens, während die Gewinne sinken, droht ihm künftig finanzielle Instabilität.

5️⃣ Beobachte diese Indikatoren über die Zeit

  • Prüfe diese Kennzahlen nicht nur einmal, sondern verfolge sie quartalsweise oder jährlich.
  • Eine Aktie, deren Fundamentaldaten sich mit der Zeit verbessern, ist eine starke langfristige Anlage.

6️⃣ Nutze kostenlose Tools zur Aktienanalyse

  • Websites wie Yahoo Finance, Morningstar und Seeking Alpha liefern Daten zur Fundamentalanalyse in Echtzeit.
  • Gib einfach das Tickersymbol einer Aktie ein, um sofort KGV, EPS, ROE und andere wichtige Indikatoren zu sehen.

Fazit

Alle diese Indikatoren der Fundamentalanalyse sind für sich genommen bedeutsam. Auch wenn sie dir helfen, den Wert und das Wachstumspotenzial einer Aktie zu bestimmen, solltest du wissen, dass viele weitere Faktoren die Aktienkurse beeinflussen, und die meisten davon lassen sich nicht so einfach messen.  Bei der Bewertung einer Aktie als Anlage wird die Fundamentalanalyse am besten mit anderen Werkzeugen kombiniert, etwa mit technische Analyse, makroökonomischen Nachrichten; dazu kommen branchenspezifische Daten.  Nicht jeder Anleger kann eine tiefgehende Fundamentalanalyse einer Aktie durchführen. Wer aber die Werkzeuge der Fundamentalanalyse versteht, kann Aktien genau und präzise im Blick behalten.

Über den Autor

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